Kirchdorf am Inn – Ins Guinnessbuch der Rekorde kommen sie wahrscheinlich nicht, weil politische Aktionen allgemein als tröge gelten. Die Einwohner von Kirchdorf am Inn haben das wohl schnellste Bürgerbegehren Deutschlands hingelegt.
In nur 72 Stunden waren die erforderlichen Stimmen mobilisiert. „Wir hätten schon Sonntagabend abgeben können, allerdings öffnet das Rathaus erst wieder am Montag um 8 Uhr“, sagen die stolzen Initiatoren.
424 Unterschriften wären notwendig gewesen, bei der Abgabe waren es dann 1.519 – 36 Prozent der stimmberechtigten Bevölkerung! Und ein paar Dutzend Stimmzettel sind immer noch unterwegs.
Die Bürger von Kirchdorf am Inn, Julbach und Simbach haben sich zusammengetan, um gegen den Bau eines Umspannwerkes und gegen Trassen für neue Starkstrom-Leitungen zu kämpfen. Sie sehen Mensch und Tier, Wald und Landwirtschaft gefährdet.
Das Projekt steht im Zusammenhang mit einem Gaskraftwerk, das die OMV im benachbarten Haiming bauen will. In Kirchdorf soll der Strom ins Leitungsnetz eingespeist und zu 80 Prozent nach Österreich geliefert werden.