Passau/ Würzburg/ Wels – Der Möbelgigant XXXLutz (Platz 2 Weltrangliste, „Die mit dem roten Stuhl“) geht gegen das lokale Passauer Magazin Bürgerblick (2.000 Stück Auflage, "Lesen, was die Stadt bewegt") vor. Die Münchner Anwälte fordern Unterlassungserklärungen wegen des Beitrags „Die mit dem rüden Stil“ und setzen zur Einschüchterung einen Streitwert von 125.000 Euro an.
Bürgerblick hatte die Personalpolitik in dem ehemaligen Familienbetrieb Hiendl beleuchtet, der im Sommer 2007 von dem österreichischen Konzern geschluckt worden war. Das Lokalblättchen bezog sich auf aktuelle Arbeitsgerichtsprozesse in Passau, auf Pressemitteilungen der Gewerkschaft ver.di und Aussagen des ver.di-Chefs Franz Bzsirske, der wegen des „ultrabrutalen Umgangs“ mit den Beschäftigten diesen Juli nach Passau gereist war, um persönlich ein Bild zu verschaffen.
Der XXXLutz-Anwalt Professor Dr. Johannes Kreile behauptet nun, im Bürgerblick würden falsche Tatsachenbehauptungen aufgestellt, was die Darstellung über den Umgang mit lang gedienten Mitarbeitern, den Abbau der Vollbeschäftigung und die Anzahl der Verstöße gegen Arbeitszeitregelungen betrifft.
„Es verwundert, dass gegen ähnliche Vorveröffentlichungen nicht vorgegangen wurde“, sagt der Münchner Medienanwalt Dr. Klaus Rehbock, der Bürgerblick vertritt.
Die geforderten Unterlassungserklärungen wurden in allen Punkten von Anwalt Rehbock abgelehnt. Das Vorgehen wird unterstützt vom Bayerischen Journalistenverband.
Aus dem XXXLutz-Anwaltschreiben ergeben sich interessante Zahlen: So wurde die Gesamtzahl der Mitarbeiter im ehemaligen Hiendl-Betrieb schon im Jahr nach der Übernahme von 557 auf 499 abgebaut, die Zahl der Vollbeschäftigten verringerte sich deutlich mehr, von 386 auf 296.