Mittwoch, 26. Juni 2019
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Lokalnachrichten >> Montag, 15. Dezember 08

Verbrechen von Neonazis?

Fassungslosigkeit nach Attentat auf Polizeichef

„Ich müsste in die finsteren RAF-Zeiten zurückdenken, um Vergleichbares zu finden“, sagt der Passauer Oberbürgermeister Jürgen Dupper. Nach dem Mordversuch an Polizeidirektor Alois Mannichl (52) steht die Region Passau unter Schock.

Die Täter, die in der rechtsextremen Szene vermutet werden, sind vorerst entkommen.

Dupper hat Polizeidirektor Alois Mannichl und seine Frau bereits zweimal besucht, aber eine öffentliche Stellungnahme wollte er aus eigenen Stücken nicht geben. Während der Innenminister mit einem Pressefotografen im Schlepptau den Besuch am Krankenbett zu einem politischen Auftritt nutzte, zog sich Dupper in Fassungslosigkeit zurück.

OB Jürgen Dupper - Interview vom Sonntagabend
Mit Polizeichef Mannichl hatte das Rathaus seit Jahren einen wackeren Mitstreiter bekommen, den braune Spuk aus Passau zu vertreiben. Der NPD gelang es zum Schluss tatsächlich nicht mehr, für ihre Treffen ein Lokal in der Dreiflüssestadt zu mieten.

Die rechtsextreme Partei, es muss für Mannichl wie eine Ohrfeige gewesen sein, zog sich daraufhin, 15 Kilometer weiter, in seinen Wohnort, den schönen Marktflecken Fürstenzell zurück. Hier traf ihn am Vorabend des dritten Advents der Messerstich des Attentäters. "Viele Grüsse vom nationalen Widerstand! Du linkes Bullenschwein, du trampelst nicht mehr auf den Gräbern unserer toten Kameraden herum!", soll der Täter laut Aussage des Opfers gerufen haben.

 Die NPD, Kreisverband Passau, löschte mittlerweile auf ihrer Internetseite eine Pressemitteilung vom 17.November, die sich auf einen Polizeieinsatz unter Mannichl am Volkstrauertag bezog: "Sichtlich verärgert stellte sich nun Mannichl auf eine Grabplatte gefallener Soldaten und trampelt mit seinen Schuhen auf einem Gedenkgesteck herum." Sie könnte die Täter motiviert haben.

Auch die bekannteste Internet-Plattform der Rechtsradikalen, auf der Mannichl und Staatsanwalt Walch nach den Vorfällen in Passau stets angefeindet worden waren, wurde am Tag nach dem Mordanschlag kurzfristig vom Netz genommen.

Der Mordanschlag auf einen hohen Polizeibeamten hat Gesellschaft und Politik erschüttert. Den einen treibt es Angst und Schrecken ein, den anderen eine härtere Gangart gegen rechte Fanatiker.

Der Polizeichef selbst ist nach einer Not-OP auf dem Weg der Besserung und kann vielleicht das Weihnachtsfest zuhause verbringen. Glücklicherweise hat die Klinge keine inneren Organe verletzt.
 
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