Dienstag, 25. Februar 2020
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Lokalnachrichten >> Samstag, 13. Dezember 08

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Polizeidirektor Alois Mannichl (52, Foto) wurde vor seiner Haustür das Opfer eines Messerattentäters. (Photos: mediendenk)
Fahndung nach Neonazis

Messerattentat auf Passauer Polizeidirektor

Der Passauer Polizeichef Alois Mannichl (52) wurde Samstagnachmittag bei einem feigen Attentat vor seinem Privathaus in Fürstenzell niedergestochen.

Er wurde im Klinikum Passau notoperiert. Er ist schwer verletzt, aber nicht in Lebensgefahr.

Nach ersten Informationen stammt der Angreifer aus der rechtsradikalen Szene. Gesucht wird nach dem Attentäter und einem Komplizen, der den Fluchtwagen steuerte.

Eine großräumige Ringfahndung wurde eingeleitet. Polizeisperren gab es vor allem auch Richtung Tschechien. Zwei Stunden später auf der Bundesstraße 85 im 50 Kilometer entfernten Schönberg: Zwei Polizeistreifen kontrollieren jedes Fahrzeug. Der Kofferraum eines Geländewagens wird durchsucht. Ein glatzköpfiger junger Mann am Steuer wird nach seiner Körpergröße gefragt. Der mutmaßliche Täter soll 1,90 Meter groß und kahlgeschoren sein.

Der Polizeichef wurde gegen 17.35 Uhr aus seinem Haus geklingelt. Er wohnt in einer idyllisch gelegenen Reihenhaussiedlung gegenüber eines Parks. Der Messerstich traf ihn im Bauchraum. Ein Notarztwagen brachte ihn ins 15 Kilometer entfernte Klinikum Passau.

Dieses Video zeigt die Ausschreitungen und Polizeidirektor Alois Mannichl, der erst beschimpft wird und dann mit Kräften der Bereitschaftspolizei eine Gefangenenbefreiung verhindert. (Video: Bürgerblick TV/ vom Juli 2008)



Der Polizeipräsident Hans Junker aus Regensburg reiste noch am Abend nach Passau und erkundigt sich auf der Intensivstation nach dem Zustand seines Kollegen.

Erst gegen1 Uhr früh verließen ein Dutzend Angehörige, darunter seine Frau, das Klinikum; ebenso zwei Kripobeamte aus Regensburg, die erste Zeugenaussagen des Polizeichefs notierten.

Zur Pressekonferenz will heute um 11 Uhr auch der bayerische Innenminister Joachim Herrmann und Generalstaatsanwalt Dr. Christoph Strötz von der Generalstaatsanwaltschaft München nach Passau kommen.

Mannichl hat sich mit seinen Polizeiaktionen gegen die rechtsradikale Szene in Niederbayern hervor getan. Zuletzt kam es im Juli wegen der Niederlegung einer Hakenkreuzfahne am Grab eines Alt-Nazis in Passau zu Festnahmen. Bei der Beisetzungsfeier waren Gäste der rechtsradikalen Szene aus ganz Deutschland angereist.

Auf illegalen, rechtsradikalen Seiten waren nach den Zwischenfällen am Friedhof die Namen und Adressen vom Leitenden Staatsanwalt und dem Polizeichef veröffentlicht worden. Mannichl verzichtete auf Geheimnummer, seine Adresse ist im Telefonbuch eingetragen.

Wie er dem Stadtmagazin Bürgerblick damals berichtete, war er wegen seines Vorgehens gegen die rechtsradikale Szene mit mehreren Anzeigen belegt worden.

Wegen der "Besonderheit des Falles" wurden die Medien über das Messerattentat offiziell erst sieben Stunden später informiert.

Im Wohnort des Polizeidirektors hat die NPD im Cafe "Zur Traudl" regelmäßig Treffen abgehalten, nachdem sie aus Passau durch Betreiben von Politik und Polizei keine Räumlichkeiten mehr fand. Die Fürstenzeller Bevölkerung und ihr Bürgermeister demonstrierten mehrmals gegen diese Zusammenkünfte. Gegenüber dem Cafes war ein Schild "Kein Platz für Extremismus" aufgestellt worden.








 
 
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