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Bayern >> Sonntag, 26. Februar 06

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Verbogene Kamera, verbogene Finger: Fotograf Lilling bekam die Kraft des Klinik-Chefs zu spüren. F.: mediendenk
Presseboykott

Klinik-Chef greift B├╝rgerblick-Fotografen an

Eine kleine Stadtzeitung namens B├╝rgerblick sorgt in Passau f├╝r Wirbel und ├╝bertriebene Gegenreaktionen: Der Kiosk im Klinikum Passau darf das Blatt nicht mehr vertreiben! Als der Verantwortliche gebeten wurde, zum Presseboykott Stellung zu nehmen, verlor er die Beherrschung: Er versuchte dem B├╝rgerblick-Fotografen die Kamera zu entrei├čen. Der Journalist erstattete Anzeige wegen K├Ârperverletzung und Sachbesch├Ądigung.

Was war passiert? Telefonisch wurde die B├╝rgerblick-Redaktion aufgefordert, die neuen Exemplare von der Verkaufsstelle im Klinikum sofort wieder zur├╝ck zuziehen. Als Herausgeber Hubert Denk und Fotograf Tim Lilling die Zeitungen abholten und nach Gr├╝nden fragten, verwies die Kioskdame auf die Anordnung ihres Chefs, dem Werksleiter Gottfried Kobluk.

Der Versuch, von Klinik-Chef Kobluk eine Stellungnahme zu bekommen, scheiterte. Die Reporter wurden aus dem B├╝ro gewiesen. Im Flur kam es dann zu gewaltsamen ├ťbergriff. ÔÇ×Haben sie jetzt ein Foto gemacht?ÔÇť, st├╝rzte sich Kobluk auf den Fotoreporter und versuchte ihm die Kamera zu entrei├čen. Er gab sein gewaltsames Vorhaben erst auf, als der B├╝rgerblick-Herausgeber ├╝ber Handy die Polizei rief.

Der Fotograf , der am Handgelenk verletzt wurde und einen Arzt aufsuchte, erstattete Anzeige. An der Kamera enstand ein Schaden von etwa 250 Euro.

Der Bayerische Journalistenverband pr├╝ft gerade, wie gegen den Boykott des B├╝rgerblicks in Passau vorgegangen werden kann. Pressefreiheit beinhaltet nicht nur das Recht auf Meinungs├Ąu├čerung, sondern auch das Recht auf Vertrieb, erkl├Ąrt ein Jurist. ÔÇ×Es gilt zu verhindern, dass Passau wieder in das schlechte Licht r├╝ckt, hier werde freie Meinungs├Ąu├čerung unterdr├╝cktÔÇť, sorgt sich ein Stadtrat.

In einem Vergleich vor dem Passauer Landgericht hatte sich erst vor wenigen Wochen ein Zeitungsh├Ąndler verpflichtet, den B├╝rgerblick wieder ins sein Sortiment aufzunehmen. B├╝rgerblick beleuchtet unter anderem kritisch das umstrittene Jahrhundertprojekt ÔÇ×Neue MitteÔÇť. Auch dem Betreiber der Zentraltankstelle an der Nikolastra├če wurde der Vertrieb des Blattes verboten. Eine schriftliche Anfrage an die Stadt Passau, mit der die Hintergr├╝nde gekl├Ąrt werden sollten, blieb unbeantwortet.

 
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