Fr, 30. Jul 2010

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RAUCHEN AUFHöREN

Nikotinsucht oft stärker als Sparwille

Jeder vierte Raucher will aufhören, weil ihm die Glimmstengel zu teuer geworden sind. Aber: Viele Raucher unterschätzen ihre Abhängigkeit vom Nikotin. Und der weit verbreitete Glaube, man könne jederzeit aufhören, ist ein Trugschluss.

 "Es ist ebenso schwierig, jemanden vom Nikotin wegzukriegen wie vom Heroin", sagt der Münchner Toxikologe Friedrich Wiebel vom GSF Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit in der aktuellen Zeitschrift "FÜR SIE".

Mit dem Umstieg auf leichte Zigaretten wird die Gefahr des Rauchens nicht weniger. "Leichtraucher ziehen tiefer und öfter an der Zigarette, so dass die Dosis an Nikotin und krebserregendem Teer am Ende gleich bleibt", sagt Wiebel.

Wirklich gefährlich sei die kurze Dauer zwischen Aufnahme und Wirkung des Nikotins. "Der Suchtstoff tritt über die große Oberfläche der Lungen in Sekundenschnelle direkt in die Blutgefäße ein, wird in das Gehirn transportiert und löst dort den belohnenden Kick aus. Das hat einen hohen Lerneffekt", betont Wriebel.

Die aktuelle FÜR SIE stellt verschiedene Entwöhnungsmethoden vor. Die Erfolgsquote beträgt bei der "Aus-und-vorbei-Taktik" beispielsweise nur fünf Prozent. Ziel der Verhaltenstherapie ist es, das angelernte Verhalten zu löschen, das in bestimmten Situationen den Griff zur Zigarette gegriffen auslöst. Hier liegt die Erfolgsquote nach sechs Monaten bei 20 bis 30 Prozent.

Auch Akupunktur und Hypnose werden zur Raucherentwöhnung eingesetzt, ihre Langzeitwirkung ist jedoch umstritten.

Bei der Nikotin-Ersatz-Therapie mit Pflaster, Kaugummi oder Spray erreicht die Erfolgsquote nach drei Monaten rund 30 Prozent. N

icht ohne Risiko ist "Zyban", die erste verschreibungspflichtige Tablette, die Entzugserscheinungen im Gehirn dämpfen soll: Die Liste der Nebenwirkungen reicht von Bluthochdruck bis zu Angstzuständen, und es kam sogar zu einigen Todesfällen. Die angegebenen Erfolgsraten schwanken zwischen 18 und 30 Prozent.

 

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